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Verdi manteltarifvertrag groß- und außenhandel bayern

Der Kläger ist bei der beklagten Firma im Außendienst als Servicetechniker beschäftigt. Die Beklagte ist an den regionalen Tarifvertrag für den Groß- und Außenhandel gebunden. Diese Tarifverträge gelten für das Arbeitsverhältnis des Klägers auf der Grundlage einer dynamischen vertraglichen Bezugsklausel. Der Tarifvertrag enthält eine Verordnung, die besagt, dass alle Tätigkeiten, die ein Arbeitnehmer als primäre vertragliche Verpflichtungen ausübt, zu entschädigen sind. Der Tarifvertrag enthält keine Öffnungsklausel, die unterschiedliche Betriebsvereinbarungen erlaubt. Verdis höchstes Gremium ist der Bundeskongress, der alle vier Jahre zusammentritt, um die Grundprinzipien der Gewerkschaftspolitik festzulegen und das Vorgehen des Landesvorstandes und des Gewerkschaftsrates zu wählen und förmlich zu genehmigen. [26] Die Gewerkschaft selbst ist in verschiedene Ebenen, Spaltungen und Gruppen von Individuen unterteilt. Die Abteilungen und Gruppen von Einzelpersonen haben ihre eigenen Organe und Ausschüsse auf lokaler, Bezirks-, Landes- und landesebener Ebene. [26] Dieses Matrixsystem war bereits bei der Gründung von Verdi eine umstrittene Entscheidung, und die Probleme in der Geschäftsführung der Gewerkschaft wurden auch nach ihrer Gründung weiter in den Vordergrund gerückt. [27] [28] Das Matrixsystem soll nicht nur die Organisation Verdi als Ganzes vertreten, sondern auch die Interessen der einzelnen Berufe ihrer Mitglieder. [29] Die Gleichbehandlung von Männern und Frauen in allen Organisationseinheiten ist in der Verdi-Satzung verankert und seit ihrer Gründung ein zentrales Thema der Gewerkschaft. [26] [30] Der letzte Schritt zur Gründung von Verdi waren die Fusionskongresse der fünf Mitgliedsgewerkschaften, die vom 16.

bis 18. März 2001 stattfanden und beschlossen, die Gewerkschaften mit Mehrheiten zwischen 80 und 91 Prozent aufzulösen. [22] Auf dem anschließenden Gründungskongress von Verdi, der vom 19. bis 21. März 2001 stattfand, wurde die Gründung der Gewerkschaft formell abgeschlossen und der erste Landesvorstand von Verdi gewählt. [23] Ein genauerer Blick auf den nun abgelehnten Vertrag zeigt jedoch, dass diese Forderung, wenn sie nach Verdi geht, in drei Jahren nicht umgesetzt werden würde. Stattdessen wollen Gewerkschaft und Arbeitgeberverband in den nächsten drei Jahren organisatorische Veränderungen zum Nachteil der Arbeitnehmer in weitere Tarifverträge einbringen. Seit der Gründung von Verdi steht die komplexe Organisationsstruktur immer wieder in der Kritik: So warnte der Tagesspiegel bereits 2001 die Leser vor drohenden “Verlusten und Ineffizienzen durch Reibung”.

Auch die Sonntagszeitung “Welt am Sonntag” berichtete über “Reibungen und Haushaltsstreitigkeiten” innerhalb der Gewerkschaft. [76] Die Tageszeitung berichtete, das Matrixmodell von Verdi sei “so kompliziert”, dass selbst hauptamtliche Verdi-Beschäftigte es “schwer hatten”, es zu erklären. [77] Auch das Wochenmagazin Stern berichtete über Verdi, wonach seine Abteilungen, Landesverbände und Bezirke “mehr gegeneinander als miteinander gearbeitet” hätten. [78] Neben diesen Medienberichten erntete Verdis Organisationsstruktur auch immer wieder Kritik aus den eigenen Reihen, so dass eine Reaktion auf diese Kritik in die Initiative “Perspektive 2015” einfließt. [79] Die meisten Verdi-Mitglieder sahen das offensichtlich anders. Ende Januar waren viele Verdi-Mitglieder mit dem Ergebnis der Vertragsverhandlungen unzufrieden. Vor allem die Aufrechterhaltung ungleicher Löhne in Ost- und Westdeutschland und die ungleiche Lohnentwicklung zwischen den verschiedenen Berufsgruppen sorgten für Unzufriedenheit. Auf Mitgliederversammlungen versuchte Verdi erfolglos, die Beschäftigten zur Annahme des Tarifvertrags zu drängen.