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Musterhaussiedlung erfurt

Die Qualität und der Erhaltungszustand der Alten Synagoge sind außergewöhnlich, vor allem im Vergleich zu anderen erhaltenen Synagogen ähnlichen Alters. Seine Architekturgeschichte spiegelt in deutlicher Weise die Geschichte einer jüdischen Gemeinde und ihre hoch aufgeladenen Beziehungen zu ihrer christlichen Umgebung wider. Ab dem 11. Jahrhundert wuchs und blühte die jüdische Gemeinde bis zu den Unruhen und Verfolgungen, die in ihrem vollständigen Aussterben während des Pogroms vom 21. März 1349 gipfelten. Gleichzeitig sind allgemeine Entwicklungen in der jüdischen Sakralarchitektur zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert zu verstehen. In Verbindung mit verschiedenen Erfurter Kirchen werden unterschiedliche Konzepte heiliger Räume sichtbar. Durch Umbauten und Umbauten des 19. Jahrhunderts, als die Synagoge ein Restaurant und einen Ballsaal beherbergte, war ihr ursprüngliches Design lange Zeit kaum wiederzuerkennen.

Daher war sie der allgemeinen Wahrnehmung praktisch unbekannt und blieb somit während des Dritten Reiches intakt. In der Zwischenkriegszeit wurden einige Siedlungen im Bauhausstil realisiert, oft als Wohnungsbaugenossenschaften. Die aktuelle internationale Glas- und Stahlarchitektur dominiert unter den meisten größeren Neubauten wie dem Bundesarbeitsgericht Deutschland (1999), dem neuen Opernhaus (2003), dem neuen Hauptbahnhof (2007), der Universitätsbibliothek, der Erfurter Messe (Kongresszentrum) und der Gunda Niemann-Stirnemann Eisbahn. Die Stadt selbst ist in 53 Bezirke unterteilt. Das Zentrum bilden der Stadtteil Altstadt und die Gründerzeitbezirke Andreasvorstadt im Nordwesten, Die Johannesvorstadt im Nordosten, die Krämpfervorstadt im Osten, Daberstedt im Südosten, die Löbervorstadt im Südwesten und die Brühlervorstadt im Westen. Weitere ehemalige Industriegebiete sind Ilversgehofen (1911), Hohenwinden und Sulzer Siedlung im Norden. Eine weitere Gruppe von Stadtteilen ist geprägt von Plattenbau-Siedlungen, die in der DDR-Zeit errichtet wurden: Berliner Platz, Moskauer Platz, Rieth, Roter Berg und Johannesplatz im Norden sowie Melchendorf, Wiesenhügel und Herrenberg im südlichen Stadtteil. Nach dem verheerenden Pogrom von 1349, das auch schwere Schäden an der Synagoge verursachte, erwarb die Stadt Erfurt das Gebäude und verkaufte es anschließend an einen örtlichen Kaufmann. Er baute die Synagoge in ein Lagerhaus um, indem er in einen Gewölbekeller einbaute, den Hauptgebetsraum in mehrere Geschosse mit zwei massiven Holzdecken aufteilte und einen neuen Dachstuhl errichtete. Fast das gesamte synagogale Innere fiel dieser Bekehrung zum Opfer: die Bimah (Rednerpult) wurde zerstört, ebenso wie der Toraschrein an der Ostwand, wo sich seit Mitte des 14. Jahrhunderts ein großes Tor befindet.